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Johanna Felsen


Luisenstr. 7

Geburtsdatum:
16.09.1913
Geburtsort:
München
Todesdatum:
01.01.1943
Todesort:
Ghetto Warschau
Opfergruppe:
Als Jüdinnen und Juden Verfolgte
Form:
Erinnerungszeichen (Tafel)
Anbringung:
23.11.2022

Johanna Felsen wurde am 16. September 1913 als Tochter des Münchner Kaufmanns Markus Felsen und seiner Frau Anna geboren. Weil Markus Felsen aus Polen stammte, hatten er und seine Familie die polnische Staatsbürgerschaft. Johanna Felsen hatte einen elf Jahre jüngeren Bruder, Benno Leopold, und besuchte von April 1923 bis März 1928 das heutige Luisengymnasium. Anschließend arbeitete sie als Kontoristin und Stenotypistin.
Eineinhalb Jahre nach Inkrafttreten der „Nürnberger Rassengesetze“ wurde Johanna Felsen im März 1937 wegen des „Verdachts eines Verbrechens nach § 2 des Blutschutzgesetzes“ angezeigt. Sie hatte Liebesbeziehungen zu zwei „arischen“ Männern unterhalten. Johanna Felsen war in München für kurze Zeit im Gefängnis am Neudeck in der Au und wahrscheinlich auch im Gefängnis im Polizeipräsidium in der Ettstraße inhaftiert. Zum 15. November 1937 wies das Reichsministerium des Innern die 24-Jährige nach Polen aus. Ihr Gesuch in München bleiben zu können, da sie nie in Polen gewesen sei und die Sprache nicht beherrsche, wurde abgelehnt. Unter welchen Umständen Johanna Felsen in Polen lebte, ist unklar. Fest steht nur, dass sie 1940 in Krakau (heute Kraków) wohnte; dies geht aus der Kartei zur Erfassung der jüdischen Bevölkerung hervor, die die Jüdische Gemeinde auf Befehl der deutschen Besatzer anlegen musste. Danach verliert sich ihre Spur. Vermutlich wurde Johanna Felsen Ende 1942 im Ghetto Warschau ermordet.
Ihre Familie überlebte die Shoah: Markus und Anna Felsen konnten 1939 nach London emigrieren und später in die USA. Dorthin konnte sich auch Leopold Felsen retten.
(Text Barbara Hutzelmann, Redaktion Ch. Fritsche)

Erinnerungszeichen für Schülerinnen des Luisengymnasiums

Zum 200. Jahrestag seiner Gründung veranstaltete das Luisengymnasium eine Gedenkveranstaltung, um an 20 ehemalige Schülerinnen zu erinnern, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden.

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