Siegfried Mathias wurde am 25. August 1860 in Pyrmont geboren und war verwitwet. Wegen seiner jüdischen Herkunft verfolgten und enteigneten ihn die Nationalsozialisten. Am 28. Januar 1939 nahm er sich in München das Leben.
Als Sohn des Hoteliers Gottschalk Matthias und Sara Mathias, geborene Markussohn, heiratete Siegfried Mathias am 5. November 1889 in Wiesbaden Tilly Mathias, geborene Lang (am 10. Januar 1869 in New York geboren). Das Paar hatte vier Kinder: Else Mamroth (am 16. Juni 1891 geboren), Georg Mathias (am 1. Januar 1893 geboren), Karl Mathias (am 19. September 1894 geboren) und Hans Mathias (am 17. Januar 1901 geboren). In Nürnberg betrieb Siegfried Mathias in der Kaiserstraße 7 das Seidenhaus S. Mathias; am 1. Juli 1911 nahm er Julius Lieberger als Gesellschafter auf.
Seit dem 9. Dezember 1934 wohnte Siegfried Mathias in München in der Ohmstraße 20 bei Else Mamroth und Louis Mamroth. 1936 bis 1937 hielt sich das Ehepaar Mathias in Berlin auf; dort starb Tilly Mathias am 18. November 1937. 1938 lebte Siegfried Mathias zeitweise am St. Pauls Platz 6 (Pension Spier) und ab dem 1. November 1938 wieder bei Else Mamroth in der Giselastraße 16. Nach einer Tablettenvergiftung lieferten ihn Angehörige in das Israelitische Krankenhaus ein; er starb am 28. Januar 1939 um 16 Uhr.
Sein Sohn Hans Mathias emigrierte mit Ida Mathias, geborene Vogelbaum, nach Buenos Aires und nannte sich fortan Juan. Im seinem Wiedergutmachungsverfahren (StAM, WB I, N 1404) trat er ab 1958 als Alleinerbe auf. Karl Mathias deportierten die Nationalsozialisten am 10. August 1942 von Drancy in das KZ/Konzentrationslager Auschwitz (heute Oświęcim) und ermordeten ihn dort Wochen später. Georg Mathias wurde 1939 in Plötzensee inhaftiert und am 13. Februar 1942 in Auschwitz ermordet. Streitgegenstand waren unter anderem Bargeld, Bankguthaben, Gold- und Silbergegenstände, Wertpapiere sowie 44.000 Reichsmark Restkaufgeld aus dem enteigneten Anwesen Kaiserstraße 7 und 3.000 Reichsmark ausstehende Miete. (Text: Neumann & Kamp)