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Max Rothschild


Elisabethstr. 30

Geburtsdatum:
18.04.1886
Geburtsort:
Nordstetten, Kr. Horb
Todesdatum:
25.11.1941
Todesort:
Kaunas
Opfergruppe:
Als Jüdinnen und Juden Verfolgte
Form:
Erinnerungszeichen (Stele)
Anbringung:
22.10.2025

Max Rothschild wurde am 18. April 1886 in Nordstetten (heute Teil von Horb am Neckar) geboren. Seine Eltern waren der Pferdehändler Sigmund Rothschild und seine Frau Lina, geborene Dampf. Max wuchs mit zwei Schwestern und zwei Brüdern auf. Über seine Kindheit und Jugend ist kaum etwas bekannt. Max Rothschild besuchte die Oberrealschule bis zur 7. Klasse. Er lebte zeitweise in Stuttgart und zog 1909 nach München. Dort heiratete er zwei Jahre später Lilly (Cilly) Klau. Ab 1915 kämpfte Max Rothschild im Ersten Weltkrieg. Offenbar nach Kriegsende trat er in die Firma seines Schwiegervaters ein, die Vereinigten Keltereien, und wurde dort Geschäftsleiter. Das Unternehmen kelterte, stellte Spirituosen her und vertrieb sie. 1919 zogen Max und Lilly Rothschild in die Elisabethstraße 28, später lebten sie in den Hausnummern 29 und 30. Die Ehe blieb kinderlos.
Ein gutes Jahr nach Beginn der NS-Herrschaft schied Max Rothschild aus den Vereinigten Keltereien aus; die Gründe dafür sind unklar. Er betrieb eine Zeitlang einen Seifenhandel mit Mathias Stöttner sowie anschließend in seiner Wohnung in der Elisabethstraße 30 einen Großhandel mit Tafelöl, Seifen, Wasch- und Putzmitteln. Als er diesen im Frühling 1938 abmeldete, hatten er und seine Frau Lilly kein Einkommen mehr. Kurz nach der „Kristallnacht“ verließ das Ehepaar München und kam bei Max Rothschilds Schwester Elsa Sicherer in Aschaffenburg unter, vielleicht weil sie hofften, dort vor möglichen weiteren Pogromen besser geschützt zu sein. Ende Januar 1939 kehrten Max und Lilly Rothschild in die Elisabethstraße 30 zurück. Verzweifelt bemühten sie sich um eine Emigration: In Max Rothschilds Pass finden sich mehrere Ausreisegenehmigungen. Warum die Fluchtpläne scheiterten, ist unklar. Am 20. November 1941 wurde Max Rothschild gemeinsam mit seiner Frau Lilly und rund 1.000 weiteren jüdischen Münchnerinnen und Münchnern nach Kaunas verschleppt. Dort erschoss die SS am 25. November 1941 alle Deportierten. Max Rothschilds Geschwister konnten rechtzeitig aus Deutschland fliehen und überlebten die Shoah. (Text Stefan Dickas, Lektorat C. Fritsche)

5 Jahre ErinnerungsWerkstatt München e. V.

Zum fünfjährigen Bestehen der ErinnerungsWerkstatt München e. V. fand am Dienstag, den 21. Oktober 2025 im Goethe-Institut eine Gedenkveranstaltung für 14 Opfer des Nationalsozialismus statt. Im Anschluss wurden zwei der Erinnerungszeichen gesetzt. Am darauffolgenden Tag folgten zwölf weitere Erinnerungszeichen.

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