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Sieben Erinnerungszeichen bei der Münchner Wohnen,
Gabelsbergerstraße 11

Veranstaltung

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Josefa Thannhauser Portrait

In der Prinz-Ludwig-Straße 8 (ehemals Hausnummer 6) lebten die Schwestern Charlotte und Lina Thannhauser mit ihren Familien. Charlotte Thannhauser lebte zunächst mit Ihrem Mann Josef, später dann als Witwe allein dort. Während des NS-Regimes verlor ihr Sohn, der Arzt Siegfried Thannhauser, aufgrund seiner jüdischen Herkunft seine Stelle an der Universität Freiburg. Er konnte in die USA fliehen. Seine Mutter Charlotte Thannhauser starb im November 1933.

Lina Thannhauser lebte nach dem Tod ihres Mannes Alfred mit ihren beiden Töchtern im Haus in der Prinz-Ludwig-Straße. Ihre Tochter Bella konnte nach Palästina emigrieren. Ihre Tochter Josefa Thannhauser durfte unter der NS-Herrschaft nicht mehr als Violinistin auftreten. Sie wurde im April 1942 nach Piaski deportiert. Wenige Tage nach der Deportation ihrer Tochter beging Lina Thannhauser Suizid.

Auch Emma Kitzinger lebte nach dem Tod ihres Mannes Leo als Witwe in der Prinz-Ludwig-Straße 8. Ihrem Sohn Fritz gelang die Flucht in die USA, von dort aus versuchte er vergeblich, seiner Mutter ebenfalls die Flucht zu ermöglichen. Im Juli 1942 deportierte die Gestapo Emma Kitzinger in das Ghetto Theresienstadt, wo sie nur wenige Monate nach ihrer Ankunft aufgrund der katastrophalen Lebensbedingungen starb.

In der Prinz-Ludwig-Straße 6a (ehemals Hausnummer 12) lebte die Jüdin Johanna Maurus mit Ihrem Mann Wilhelm und ihrem Sohn Kurt. Ihre Ehe galt im NS-Regime als „Mischehe“, ihr Sohn Kurt als „Mischling“. Kurz vor der ersten Deportation von Münchner Jüdinnen und Juden beging Johana Maurus Suizid. Ihr Sohn Kurt überlebte die NS-Herrschaft.

Elsa Mendle lebte mit ihrem Mann Theodor und ihrer Tochter Gerda in der Prinz-Ludwig-Straße 8-10 (ehemals Hausnummer 14). Nachdem der Immobilienmakler Theodor Mendle in der NS-Zeit keine Aufträge mehr erhielt, musste er unter Druck seinen Grundbesitz verkaufen, unter anderem auch an die Stadt München. Im April 1942 deportierte die Gestapo Theodor und Elsa Mendle in das Ghetto Piaski. Dort verliert sich ihre Spur. Ihre Tochter Gerda hatte 1937 nach Palästina fliehen können.

Dienstag, 21. Juli 2026
15 Uhr
Gedenkveranstaltung
Gabelsbergerstraße 11 (Innenhof)

• Bürgermeisterin Mona Fuchs in Vertretung des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt München
• Jörg Franzen, Münchner Wohnen
• Dr. h.c. mult. Charlotte Knobloch, Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern
• Lindsay Knisely, Margaret Beyer und Jonathan Tsevi, Nachkomm*innen der Familie Thannhauser
• Nicole Pucyk, Auszubildende bei der Münchner Wohnen
• Endrit Ferati und Dr. Christiane Fritsche berichten von der Studienfahrt der Auszubildenden bei der Münchner Wohnen nach Kaunas, Litauen
• Dr. Svenja Jarchow, Bezirksausschuss Maxvorstadt
• Mediale Begleitung:
Hannah Kuhn, Barbara Stankic und Nadine Fieltsch, Auszubildende bei der Münchner Wohnen

16.00 Uhr
Anbringung der Erinnerungszeichen an den ehemaligen Wohnorten

Prinz-Ludwig-Straße 6 für Emma Kitzinger, Lina, Josefa und Charlotte Thannhauser
Adrian Scherer, Marlon Liebel, Andreas Wieser, Tim Winkler und Felix Neumayr, Auszubildende bei der Münchner Wohnen, verlesen die Biografien

Prinz-Ludwig-Straße 6a für Johanna Maurus
Bente Lammering, Auszubildende bei der Münchner Wohnen, verliest die Biografie

Prinz-Ludwig-Straße 10 für Elsa und Theodor Mendle
Kevin Krestel und Emir Souleiman, Auszubildende bei der Münchner Wohnen, verlesen die Biografien

Flyer (PDF)

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