Hugo Helbing gründete bereits mit 22 Jahren sein Auktionshaus in der Residenzstraße in München. 1900 zog das Auktionshaus in die Liebigstraße und die Galerie Hugo Helbing entwickelte sich zu einem der renommiertesten Auktionshäuser Europas. Die Auktionen und Kunst-Salons Hugo Helbings waren nicht nur fester Bestandteil der Münchner Gesellschaft, sie forcierten auch Münchens Ruf als bedeutenden Standort im internationalen Kunsthandel. Sein Sohn Fritz Helbing hatte im ersten Weltkrieg Kriegsdienst geleistet, und war nach seinem Studium der Kunstgeschichte im Auktionshaus seines Vaters tätig.
Als jüdische Kunsthändler waren Fritz und Hugo Helbing in der NS-Zeit Repressionen ausgesetzt und konnten nur noch wenige Versteigerungen durchführen. Im Zuge der sogenannten „Reichskristallnacht“ am 9. November 1938 wurde Hugo Helbing in seiner Wohnung überfallen und schwer misshandelt, sein Sohn Fritz wurde verhaftet und in das Konzentrationslager Dachau verschleppt. Hugo Helbing starb am 30. November 1938 an seinen schweren Verletzungen. Fritz Helbing musste nach seiner Freilassung aus dem KZ Dachau Zwangsarbeit leisten. Er heiratete 1941 Dora Goldstein. Das Ehepaar musste in einem sogenannten „Judenhaus“ leben und später in einer Sammelunterkunft der jüdischen Gemeinde ziehen. Im März 1943 deportierte die Gestapo Fritz und Dora Helbing in das Vernichtungslager Auschwitz, wo sie vermutlich unmittelbar nach ihrer Ankunft ermordet wurden.
Für die Galerie Hugo Helbing war ein sogenannter „Treuhänder“ eingesetzt worden. Das namhafte Auktionshaus wurde zwangsliquidiert und der Verkaufserlös wurde vom Deutschen Reich eingezogen.